Welches Beispiel passt zu deinem ersten Projekt?
Wenn du dich selbstständig machst, starte mit einer Angebotswebsite oder einem Portfolio. Wenn du vor allem die Zusammenarbeit mit einem KI-Agenten üben möchtest, ist eine Liste mit Hinzufügen, Ändern und Löschen sinnvoll. Du siehst sofort, ob die Funktionen wirklich arbeiten.
Die folgenden Beispiele sind konkrete Projektvorschläge, keine behaupteten Kundenergebnisse oder eigenen Tool-Praxistests. Die Prüfungen beschreiben, woran du einen brauchbaren ersten Entwurf erkennst. Aufwand und Kosten hängen von Werkzeug, Umfang und Nacharbeit ab.
1. Eine Angebotswebsite für deine Selbstständigkeit
Das Problem: Interessierte verstehen dein Angebot noch nicht und wissen nicht, wie sie dich erreichen. Der erste Entwurf braucht die Abschnitte Angebot, Über mich und Kontakt. Verwende beim Experimentieren ein fiktives Beispiel, etwa eine Sprachtrainerin; echte Qualifikationen und Kontaktdaten ergänzt du später selbst.
Bewusst nicht enthalten: Buchungskalender, Kundenkonten, Newsletter und Zahlungen. Ein E-Mail-Link ist kein Kontaktformular und versendet nicht selbst eine Nachricht. Für den produktiven Auftritt prüfst du außerdem Bildrechte, rechtliche Angaben, Domain und laufende Kosten.
- Prüfen: Alle Navigationslinks führen zum passenden Abschnitt.
- Prüfen: Der Kontaktlink öffnet die richtige E-Mail-Adresse; eine Nachricht wird erst im Mailprogramm gesendet.
- Prüfen: Die Seite lässt sich auf dem Handy ohne seitliches Scrollen lesen.
2. Ein Portfolio mit drei Arbeitsproben
Das Problem: Deine Leistungen sind abstrakt. Eine überschaubare Portfolioseite zeigt drei zulässige Arbeitsproben, jeweils mit Aufgabe, deinem Beitrag und einem sachlichen Ergebnis. Für den ersten Versuch reichen fiktive Projekte, die du deutlich als solche kennzeichnest.
Bewusst nicht enthalten: ein Uploadportal für Kunden oder eine Suche in Hunderten von Projekten. Verwende nur eigene oder freigegebene Materialien und keine vertraulichen Kundenunterlagen.
- Prüfen: Jede Arbeitsprobe hat eine verständliche Überschrift und einen passenden Bildalternativtext.
- Prüfen: Links und Kontaktwege sind mit der Tastatur erreichbar.
- Prüfen: Kein Platzhalter wird als echte Kundenreferenz ausgegeben.
3. Eine persönliche Leseliste als kleine Web-App
Das Problem: Du verlierst nützliche Artikel aus dem Blick. Baue eine Liste mit Titel, optionalem Link und dem Status „noch lesen“ oder „gelesen“. Drei Kernfunktionen reichen: hinzufügen, Status ändern und löschen.
Für den Lernprototyp ist Speicherung nur in diesem Browser möglich. Das ist keine Synchronisation zwischen Handy und Computer. Gelöschte Browserdaten können die Liste entfernen; verwende deshalb keine unersetzlichen Daten.
- Prüfen: Ein leerer Titel wird verständlich abgelehnt.
- Prüfen: Ein Eintrag bleibt nach erneutem Laden erhalten.
- Prüfen: Beim Löschen verschwindet nur der gewählte Eintrag.
4. Ein Lerntracker mit erledigten Schritten
Das Problem: Du weißt nicht mehr, was du bereits geübt hast. Eine Liste mit fünf Lernschritten und einem Erledigt-Schalter macht den Fortschritt sichtbar. Für den Anfang gibst du die Schritte fest vor und speicherst den Status im Browser.
Bewusst nicht enthalten: ein komplettes Kurssystem, Zertifikate oder bezahlte Zugänge. Ein Häkchen in der Oberfläche beweist nicht, dass der Status gespeichert ist.
- Prüfen: Ein Schritt lässt sich erledigen und wieder öffnen.
- Prüfen: Die Anzahl erledigter Schritte stimmt mit den sichtbaren Häkchen überein.
- Prüfen: Der Stand bleibt nach erneutem Laden erhalten.
5. Eine Rezeptsammlung mit Suche
Das Problem: Du findest ein gespeichertes Rezept nicht wieder. Starte mit wenigen eigenen Beispielrezepten, einer Textsuche und zwei Kategorien. Verwende statische Testdaten, bevor du Bearbeitung und Speicherung hinzufügst.
Bewusst nicht enthalten: medizinische Ernährungsberatung oder automatische Allergiefreigaben. Ein KI-generiertes Rezept muss geprüft werden und ist kein Sicherheitsnachweis für Menschen mit Allergien.
- Prüfen: Die Suche findet ein Rezept unabhängig von Groß- und Kleinschreibung.
- Prüfen: Bei keinem Treffer erscheint ein verständlicher Hinweis.
- Prüfen: Ein Filter lässt sich zurücksetzen, ohne Rezepte zu verlieren.
6. Ein einfacher Rechner mit klarer Formel
Das Problem: Du möchtest eine wiederkehrende Rechenaufgabe verständlich darstellen. Ein Übungsbeispiel ist die Materialmenge: Anzahl der Teile × Materialbedarf pro Teil. Gib die Einheit vor und zeige die verwendete Formel neben dem Ergebnis.
Bewusst nicht enthalten: Steuer-, Anlage- oder Gesundheitsentscheidungen. Für dein erstes Projekt ist eine überprüfbare Multiplikation besser als ein Rechner mit vielen versteckten Regeln.
- Prüfen: 4 Teile mit je 2 Metern ergeben 8 Meter.
- Prüfen: Leere, negative und ungültige Eingaben erzeugen einen Hinweis statt eines erfundenen Ergebnisses.
- Prüfen: Die Einheit wird in Eingabe und Ergebnis eindeutig genannt.
Ein Startprompt für das Leselisten-Beispiel
Du kannst diesen Auftrag in einem geeigneten KI-App-Builder ausprobieren. Er beschränkt den Umfang und benennt sichtbare Erfolgskriterien. Er ist keine Garantie, dass der erste Entwurf fehlerfrei ist; prüfe ihn Schritt für Schritt.
Baue eine kleine deutschsprachige Leseliste als Web-App.
Funktionen: Artikel mit Titel und optionalem Link hinzufügen,
als gelesen markieren, einzelne Einträge löschen.
Speicherung nur im aktuellen Browser; keine Konten, Zahlungen,
externen APIs oder Synchronisation. Keine echten persönlichen Daten.
Leere Titel ablehnen. Bei einer leeren Liste eine hilfreiche Meldung zeigen.
Die Liste soll nach Neuladen erhalten bleiben. Erkläre die Grenzen
der Browser-Speicherung und frage vor zusätzlichen Diensten nach.
Prüfe Hinzufügen, Statuswechsel, Neuladen und Löschen.
Kennzeichne nicht geprüfte Funktionen ausdrücklich.Kann man mit Vibe Coding auch eine App erstellen?
Ja. Ein KI-Entwicklungswerkzeug kann eine interaktive Web-App und, je nach Plattform, auch ein mobiles Projekt erstellen. Replit dokumentiert unterschiedliche Projektarten. Eine Web-App läuft im Browser; eine native mobile App wird für ein mobiles Betriebssystem gebaut und hat andere Anforderungen an Berechtigungen, Geräteprüfung und Veröffentlichung.
Eine funktionsfähige Vorschau ist noch kein sicherer öffentlicher Dienst. Sobald echte Nutzerdaten, Konten oder Zahlungen ins Spiel kommen, brauchst du ein Berechtigungskonzept, Fehlertests, Datenschutz und fachliche Prüfung. Unser erster Kurs bleibt bewusst beim Erstellen einer Website mit Replit.
Häufige Fragen
Welche Beispiele gibt es für Vibe Coding?
Konkrete Einstiegsprojekte sind eine Angebotswebsite, ein Portfolio, eine Leseliste, ein Lerntracker, eine Rezeptsammlung oder ein einfacher Rechner. Wähle wenige Funktionen und beschreibe vorab, wie du sie prüfen wirst.
Kann man mit Vibe Coding eine App erstellen?
Ja, beispielsweise eine kleine Web-App mit einer Liste oder einem Rechner. Ob eine native mobile App möglich ist, hängt vom Werkzeug ab. Konten, Speicherung, Gerätefunktionen und Veröffentlichung müssen gesondert geprüft werden.
Welches Beispiel eignet sich ohne Programmierkenntnisse?
Für Selbstständige ist eine einfache Website ohne Konten und Zahlungen ein sinnvoller Anfang. Zum Üben von App-Verhalten eignet sich eine persönliche Liste mit Testdaten und klaren Prüfungen.